Für Zöliakie-Betroffene, die Gluten lebenslang meiden müssen, ist das derzeitige Angebot an glutenfreien Produkten ein großer Vorteil. Allerdings müssen sie in jedem Fall sorgsam prüfen, ob "glutenfrei" auch "spurlos glutenfrei" bedeutet, d.h. keinerlei Spuren von glutenhaltigen Mehlen aus der Umgebung enthalten sind. Dabei helfen übrigens keine Präparate, deren Enzyme Gluten abbauen sollen.https://www.dzg-online.de/files/2018_01_stellungnahme_dzg_zu_gluten_stop_dr._wolz.pdf

Wer sich von einer qualifizierten Ernährungsfachkraft beraten lässt, weiß, dass es mit einem bloßen Austausch glutenhaltiger durch glutenfreie Nahrungsmittel nicht getan ist - hier lauern gesundheitliche Risiken!

Aber wissen das auch alle diejenigen, die - dem derzeitigen Hype folgend - ohne das Vorliegen einer Zöliakie glutenfrei essen? Macht der Glutenverzicht gesünder, "cleaner", schlanker, freier? Erleichtert er nur das Portemonnaie, oder kann man davon auch krank werden? Ja, man kann!

Denn glutenfreie Mehle und Mehlmischungen enthalten

  • viel Stärke und damit viele Kohlenhydrate. Blutzuckerturbulanzen, Gewichtszunahme bis hin zu einer Verfettung der Leber können das Resultat sein.
  • nur wenige Ballaststoffe. Verdauungsbeschwerden und Schädigungen der Darmmikrobiota können daraus folgen.

Glutenfreie Produkte enthalten darüber hinaus oft

  • viel Zucker und Fett, um geschmacklich zu überzeugen, sowie
  • oftmals Zusatzstoffe, Verdickungsmittel und Geliermittel.

Ohne eine nachhaltige Veränderung des Essgewohnheiten mit einem ausgewogenen Verhältnis von Kohlenhydraten, guten Fetten und Eiweiß drohen gesundheitliche Risiken.

Ein kompletter Verzicht auf Gluten, ohne von einer Zöliakie betroffen zu sein, kann bei bestehender genetischer Disposition dazu führen, dass der Körper Gluten tatsächlich als Fremdkörper wahrnimmt - mit negativen Folgen für die Gesundheit.

Und - ganz wichtig: Eine mögliche Zöliakie kann nur dann zweifelsfrei diagnostiziert werden, wenn vorher mindestens drei Monate lang ausreichend Gluten verzehrt wurde!